interkulturelle kompetenz – ein Muss und ein Genuss

Kennen Sie das? Eine beschwerliche Dienstreise ins Ausland vorbereitet, zur Dritt eine tolle Präsentation ausgearbeitet und schon nach fünf Minuten gemerkt: alles umsonst. Das Thema kommt nicht an. Sind die Leute da vor Ort so schwer vom Begriff? Ergebnis: Frust, Ärger und in ihrem Kopf für das dieses Land Gespeichertes: Nie wieder!

Schade eigentlich, denn so landen Sie in der Masse (bis zu 80%) von internationalen Geschäften, die entweder gleich am Anfang scheitern oder später nicht optimal verlaufen. Durch Missverständnisse. Große Missverständnisse, die mit kleinen Mitteln zu vermeiden oder auszuräumen wären. Vorausgesetzt, Sie empfinden grundsätzlich Empathie anderen Menschen und speziell den Menschen aus anderen Kulturen gegenüber. Und denken nicht über das interkulturelle Management: bloß Gelaber!

Interkulturelles Management ist der effektivste von allen soft skills

Sicherlich gehört interkulturelle Kompetenz zu den so genannten soft skills, die aber durch ihr soft-dasein nicht weniger effektiv sind. Unter „effektiv“ meine ich ganz hart gefiniertes Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen. Ihre Investition vor allem in Zeit bringt bald und dauerhaft Erfolg in Geschäften. Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Konkurrenten auch. Und: big fun!

Denn das macht Freude, die anderen Menschen – in ihrer Andersartigkeit kennenzulernen und dabei auch sich selbst und die eigene Kultur besser zu reflektieren. Das macht Spaß und sichert Erfolg, wenn die besten Arbeitsweisen aus mehreren Kulturen zum Einsatz kommen. Und das ist wie mit Fremdsprachenlernen: jede weitere Businesskultur wird leichter zu erlernen sein. Hier ist das Beispiel – das Deutsch-Russische Geschäftspaar. Geschäft mit Russen? Na klar: Wodka in Flüssen, Korruption, Unpünktlichkeit.

Jetzt versuchen wir die positiven Vorurteile aufzulisten – die übrigens auch nicht immer stimmen! – Gastfreundlich, gut im Improvisieren, Großzügig…

Die Stereotype als Fremdbilder haben ihre Berechtigung als in Kurzform gespeicherte Vorlage. Zwar nicht objektiv, oft verzerrt und überhöht. Aber eben hilfreich. Und irgendwie unvermeidbar. Die eigentliche Frage ist, ob unsere persönliche Erfahrungen mit einem konkreten Menschen aus seinem konkreten Kulturkreis diese vorgefertigte Bilder überschreiben können. Oder funktionieren sie als eine Art Sperre im Kopf, die jeder neuer Input gar nicht zulässt.

Einfaches Beispiel: einem deutschen Manager Volker wird in Moskau statt des von ihm erwarteten Wodka in Unmengen Glas guten französischen Weins angeboten. Was sagt er dazu nach seiner Rückkehr? spottisch: „mein Wladimir hat wohl sein Wodka schon weggesoffen“ oder verwunderlich: „es ändern sich wohl die Sitten in Russland“

Zwischen diesen zwei Reaktionen liegen Welten. Und – darüber kann ich jede Wette abschließen – der Grad der persönlichen Sympathie und gegenseitigen Achtung, und somit Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften erfolgreichen Beziehung zwischen Volker und Wladimir. Und zwischen den Firmen, für die sie arbeiten oder die ihnen gehören.

Interkulturelle Kompetenz – ein Muss

Theorie von Geert Hofstede

Ein holländischer Wissenschaftler Geert Hofstede hat versucht, die verschiedenen Kulturen zu messen und entwickelte ein System von Kulturdimensionen. Ich möchte heute nur ein Beispiel nennen, wo die Messwerte für Russen und Deutsche weit auseinander liegen: Machtdistanz. Sie zeigt, inwieweit weniger mächtige Individuen eine Ungleichheit der Macht akzeptieren und erwarten. Egal, wie Sie zum Machtzeigen stehen (vermutlich negativ, denn der Deutsche Wert mit 35 ist sogar niedriger als der für die Niederlande) müssen Sie damit leben können, dass der Boss in Russland seiner Macht bewusst ist und dass das nur wenige ihrer russischen Kollegen stört. Versuchen Sie aus Zitrone Limonade zu machen: Sie können sofort ganz genau sehen, wer auf der anderen Seite des Tisches das Sagen hat. Er wird einen ebenwürdigen Pendant erwarten und besonders respektvolle Behandlung. Aber so ist es eben berechenbar, und – erfolgsversprechender!

Hofstedische Dimensionen sind sicherlich nicht die ganze Wahrheit, aber ein guter Überblick, und zwar ein längerübergreifender und objektiver.

Noch mehr Theorie z.B. nach Hall (monochrome und polychrome Kulturen) können in die Praxis heruntergebrochen werden. Kognitiv – durch den Kopf in die Hände, aus dem Intellektuellen in das Tatkräfitge. Vorbei ohne HERZ geht es auch nicht: in internationalen Geschäftsbeziehungen ist Empathie die Schlüsselkompetenz!

Read more: www.interkulturell.eu

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