OSZE Deutschland Dialog

 

Steinmeier„Kultur des Dialogs – Dialog der Kultur“ – unter diesem Motto fand am 12. Januar die feierliche Zeremonie im Auswärtigen Amt in Berlin anlässlich der Übernahme des OSZE-Vorsitzes durch Deutschland statt. Der Untertitel „Verständigung und kultureller Austausch als Elemente von Sicherheit und Stabilität im OSZE-Raum“ und das Programm (musikalische Intermezzi und eine Podiumsdiskussion mit zwei Schriftstellerinnen und einem Philosophen) ließen keinen Zweifel daran: Bei dieser denkwürdigen Veranstaltung wird es nicht um Waffenstillstands-Kontrollen oder um militärische Konfliktlösungen gehen, sondern vielmehr um Kultur als „Waffe“ des Krisenmanagements.

Der Bundesminister des Auswärtigen sagte seine Rede trotz der jüngsten tragischen Ereignisse in Istanbul nicht ab, und er sprach auch nicht über Terrorismus und Krieg, sondern über Kultur – über jene Kultur, die Menschen jenseits der Schützengräben zusammenbringen soll: „Aus der Verschiedenheit der Herkunft entsteht Gemeinsamkeit in der Zukunft“, lautete seine Botschaft. Und: Deutschland knüpfe heute an den „Geist von Helsinki“ von 1975 an. Damals wurde unter der Ägide der Vorgänger-Organisation der OSZE, der KSZE, die Schlussakte von Helsinki zwischen den beiden deutschen Staaten verhandelt und von Helmut Schmidt und Erich Honecker am 1. August 1975 unterzeichnet.

Ob die Randnotiz der KSZE-Schlussakte über einen verstärkten kulturellen Austausch zwischen Ost- und Westeuropa zum Fall der Mauer und zur deutschen Einheit geführt hat, ist fraglich. Doch was tun, wenn Waffen als „letztes Mittel“ der Konfliktlösung nicht funktionieren? Kulturdialog, als „allerletztes Mittel“? Jawohl! Doch bitte nicht nur Ballett hier, Musikquartett da und Podiumsdiskussionen zwischen Intellektuellen dazwischen. Erstens erreichen solche elaborierten Formate nicht die breite Masse der Bevölkerung. Zweitens ist die „angelesene“ Geschichte zweier Länder, die sich im Konflikt befinden, oft selbst Teil der Konflikt-Politik – oder zumindest aufgrund seiner unterschiedlichen, oft gar gegensätzlichen Narrativen nicht sonderlich objektiv … und daher für einen konstruktiven Dialog eher hinderlich.

Was bleibt uns da als Ausweg? Letztlich nur ein Dialog der Kulturen im Sinne eines kulturÜBERgreifenden Dialogs! Denn jawohl: Mit einer solchen Philosophie der interkulturellen Kompetenz sollte es gelingen, von kulturellen Prägungen, kulturbedingten Stereotypen und einseitigen geschichtlichen Narrativen zu abstrahieren und persönliche DIAloge zu etablieren. Dann werden sicher auch fruchtbare POLYloge möglich, wie sie für die polyglotte OSZE nicht uninteressant sein sollten, und selbst interkulturelle MONOloge könnten hie und da mal nützliche Blüten treiben, um schwelende oder herrschende Konflikte zu entspannen oder gar zu lösen.

Foto: Der Bundesminister des Auswärtigen, Dr. Frank-Walter Steinmeier. Archiv-Foto des IKWW vom Februar 2015.

Prof. Dr. K. Dominik über den „Russenversteher“

Grundauffassung zur Monographie Lütthans/Zlotina:

„Russenversteher“ (Kiehl-Verlag)

Mit der vorgelegten Monographie wird durch die Autorinnen ein grundsätzlicher und nachhaltiger Beitrag geleistet, wirtschaftspolitische, wirtschaftspraktische, wissenschaftliche und kulturelle Beziehhungen zum russischen Volk, zu den russischen Unternehmen, Einrichtungen, Organisationen und Institutionen sowie zum russischen Staat aufzubauen, zu pflegen und gezielt weiter zu entwickeln.

Vor diesem Hintergrund ist die Ausarbeitung in erster Linie für deutsch sprachige potenzielle kontakt- bzw. kooperationssuchende Unternehmen und Einrichtungen gedacht, um durch eine tiefgreifende Kenntnis der historisch gewachsenen ökonomischen, wissenschaftlichen und kulturellen Bedingungen den Aufbau unterschiedlicher Beziehungen zu Russland wirksam zu unterstützen.

Relevanz für Mittelstand

Aus dem Blickwinkel der mittelständischen Wirtschaft in Deutschland sind die Darlegungen der Monographie vor allem für diejenigen Unternehmen relevant, die

 

–       den russischen Markt für ihre Produkte und ihr Leistungsangebot langfristig erschließen wollen,

 

–       den russischen Einkaufs- bzw. Beschaffungsmarkt zur Gewinnung leistungsfähiger Kooperationspartner nutzen wollen,

 

–       eine Unternehmensgründung in Russland beabsichtigen,

 

–       im Rahmen ihrer strategischen Entscheidungen zur Unternehmensentwicklung Outsourcing – Konzepte mit der russischen Wirtschaft verfolgen.

 

Da es sich hierbei überwiegend um strategische Prozesse und Entscheidungen handelt, bilden die Erkenntnisse der Monographie eine wesentliche Grundlage, derartige Projekte begründet vorzubereiten und die hierfür erforderlichen Beziehungen nachhaltig zu gestalten.

Als besonders vorteilhaft erweist sich die Gliederungsstruktur der Monographie. Für Wirtschaftspraktiker ist es vor allem wertvoll, dass die tiefgehende Gliederung das Beziehungsgefüge der Kultur sowie der Kulturdimensionen zur Wirtschaft und Wissenschaft dem Leser begründet vermittelt wird und damit spätere Arten und Formen der Kontakte und Beziehungen zu den russischen Menschen sowie den russischen Unternehmen, Einrichtungen und Organisationen entscheidend prägen können.

Russenversteher wird Multiplikatoren empfohlen

Die Fülle der Einzel- und Detailinformationen machen die Monographie zu einem Kompendium für den Aufbau und die weitere Qualifizierung deutsch-russischer Beziehungen unterschiedlicher Art. Vor diesem Hintergrund wird es für zweckmäßig angesehen und empfohlen

 

  • die Fachverbände gezielt über Ziel, Inhalt und Vorteile der Monographie zu informieren;

 

  • den Außenwirtschaftsbereich des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft direkt anzusprechen mit dem Ziel, auf entsprechenden Veranstaltungen die Monographie hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Gestaltung kooperativer Beziehungen vorzustellen;

 

  • auf weiteren Veranstaltungen der mittelständischen Wirtschaft (z. B. Unternehmerstammtische, regionale Fachveranstaltungen u. ä.) sollten die Erkenntnise der Monographie vorgestellt werden.

 

Aus den wirtschaftspraktischen Erfahrungen mit den Unternehmen der mittelständischen Wirtschaft wird es als vorteilhaft angesehen, im Zusammanhang mit dem Erscheinen der Monographie die Arbeiten weiterzuführen mit dem Ziel, modellhafte Informationsaussagen zu entwickeln, die den kooperationswilligen Unternehmer in die Lage versetzen, die erforderlichen Kontakte zu Unternehmen, Verbänden, Einrichtungen, Verwaltungen und Organisationen direkt und kurzfristig zu finden. Dazu wird empfohlen, bezogen auf die unterschiedlichen Kontakt- und Kooperationswünsche die zweckmäßigste Vorgehensweise aufzuzeigen.

 

Ausgangspunkt sollte hierbei ein Verzeichnis wichtiger Institutionen, Einrichtungen und Organisationen sein, die für eine Kontaktherstellung mit unterschiedlicher Zielsetzung von grundlegender Bedeutung sind. Danach sollten prinzipielle Vorgehensweisen dargestellt werden z. .B. für

 

  • eine beabsichtigte Unternehmensgründung in Russland (anzusprechende Verwaltungen, Einrichtungen, Berufsverbände und Banken);

 

  • eine geplante Beteiligung an einem russischen Unternehmen (dto.);

 

  • einen beabsichtigten Kauf eines russischen Unternehmens (dto.);

 

  • zur Gewinnung russischer Investoren für die deutsche Wirtschaft (dto.);

 

  • mögliche gemeinsame Forschungsprojekte (dto.);

 

  • mögliche gemeinsame kulturelle Aktivitäten.

 

Mit der Monographie wurde insgesamt ein äußerst wichtiger Schritt getan, die deutsch – russischen Beziehungen auf allen Gebieten auszubauen und nachhaltig zu entwickeln.

 

Prof. Dr. K. Dominik
Weitere Infos und Bestellmöglichkeit finden Sie hier: http://www.kiehl.de/produkte/kiehl_web_produkt_1247172.aspx

E Training Export

Das ist wie mit der Sendung mit der Maus: klingt kindisch, beinhaltet aber viele nützliche Informationen und fesselt einen – auch älteren Zuschauer. Genau diesen Eindruck machte auf mich ein elektronisches „Seminar“ für Export-Anfänger „eTraining Export-Vorbereitung“.

http://www.existenzgruender.de/etraining/export_vorbereitung/etraining.html
 

Jedoch empfehle ich diesen Link für Export-Anfänger und auch Export-Erfahrende unter den Leser meines Blogs. Es gibt immer etwas Neues zu erfahren und außerdem können einzelne Themen und Lektionen übersprungen werden.

Der Trainer beinhaltet vier Lektionen:

Voraussetzungen prüfen

Zielmärkte finden

Geschäftspartner und Vertrieb

Finanzieren und Versichern

Der Herausgeber ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Referat Öffentlichkeitsarbeit; es zeichnet verantwortlich für die Aktualität der Informationen. Die Lernmethode ist leicht verstaubt, aber ´was soll`s!

Wichtige Informationsquelle: gtai

Viel weniger verstaubt sind Informationen, die Korrespondenten des „Germany Trade & Invest“ vor Ort sammeln. www.gtai.de. Diese staatlich finanzierte Organisation unterstützt ausländische Unternehmen bei ihrer Ansiedlung in Deutschland und deutsche Unternehmen im Ausland. Das Netz der gtai-Korrespondenten ist dicht und hochwertig. Es gibt höchst qualifizierte Experten in China, aber auch auf Kuba. Die Zeitschrift „Markets“ ist nicht kostenlos aber interessant und aktuell.

Interkulturelle Kompetenz für Wirtschaft und Wissenschaft IKWW

Und: ich arbeite weder für das Wirtschaftsministerium noch für gtai, sondern für IKWW- Interkulturelle Kompetenz für Wirtschaft und Wissenschaft, einen Dienstleister, der Ihnen hilft, die handelnde Personen im Zielmarkt besser zu verstehen und bei Exportgeschäften oder Joint-Ventures schneller und nachhaltiger zum Erfolg zu gelangen: www.interkulturell.eu/leistungen

Wie bei jedem internationalen d.h. interkulturellen Geschäft sind bei Export-Import-Projekten Konflikte geradezu „natürlich“, sprich vorprogrammiert, können aber im Vorfeld vermieden werden, und – wenn sie doch entstehen oder schon entstanden sind – mit Instrumenten des interkulturellen Managements gelöst und so dennoch zu unerwarteten Erfolgen führen. Wie das geht? Die Antwort darauf gibt mein eintägiger Workshop am 19. November 2012 in Berlin.

 

Seminar „Konfliktvermeidung und – Lösung im internationalen Geschäft“:         fundiert, praxisnah, für das Management

Im Workshop werden theoretische Kenntnisse zu Aha-Erlebnissen bei der Analyse von Erfahrungen, die die Teilnehmer im internationalen Business bereits gemacht haben. Außerdem werden die Teilnehmer das Rüstzeug für zukünftige Situationen und Projekte bekommen, konkrete Ideen und Verbesserungsvorschläge für sich und für ihr Unternehmen generieren können. Ein praktischer Mehrwert ist garantiert!

Inhalte:

  1. Einführung / Vorstellungsrunde / Spielregeln

2. Das Konfliktmanagement beginnt mit der Konfliktvermeidung

–          Businesskultur versus Landeskultur versus einzelne handelnde Person

–          Wo und wann entsteht und eskaliert ein Konflikt? Eisbergmodell plus

–          Gemessene Landeskulturen. Sechs Kulturdimensionen von G. Hofstede als theoretische Basis zur Vermeidung kulturbedingter Konflikte

–           Zwei Kulturdimensionen nach E. Hall als theoretische Basis zur Vermeidung kulturbedingter Missverständnisse in der Kommunikation

–          Pragmatische Tipps zur Konfliktvermeidung im internationalen Geschäft und für international tätige Unternehmen

 

3. Konfliktmanagement

–         Kulturbedingte Konfliktstille

–          Konfliktphasen

–          „Konfliktfronten“ im Unternehmen bzw. nach Außen

–          Klassische Instrumente zur Lösung der Konflikte (Außer Gericht)

–          Viele „Sachkonflikte“ sind im Grunde kulturbedingte Missverständnisse.

Interkulturelle Extras zur Lösung der Konflikte

 

4. „Mach aus Zitrone Limonade“ (Carnegi) oder der Konflikt als Chance

–          Konflikte im internationalen Kontext sind vorprogrammiert

–          Von Geschäftsteilnehmern zur Geschäftsfreunden

–          Langfristige Orientierung nach innen und nach außen

5. Resümee/ Feedback/ Ausblick

 

Wann?  19. November 2012, von 10 bis 17 Uhr

Wo? Salon Bellevue im Hotel „Savoy“ Fasanenstraße 9  10623 Berlin,

10 min. vom Bahnhof Zoo entfernt, Seitenstraße vom Kurfürstendamm

 

Teilnehmergebühr in Höhe von 780 Euro beinhaltet die Seminarunterlagen, zwei Kaffeepausen und Mittagsessen im ausgezeichneten „Weinrot“ –Restaurant des Hotels „Savoy“ – dem Ort der Durchführung des Workshops.

 

Um intensive Arbeit im Seminar zu gewährleisten, ist die Anzahl der Teilnehmer konsequent auf 12 Teilnehmer begrenzt, es empfiehlt sich daher eine frühzeitige Anmeldung

per  Fax: 030 / 39 88 45 19 oder per Mail: info@interkulturell.eu.

Mit der Anmeldebestätigung erhalten Sie eine Rechnung, die im Voraus beglichen werden sollte. Die drei zuerst angemeldeten Teilnehmer erhalten als Willkommensgeschenk das Fachbuch zum Thema des Seminars.

 

Als weiterführende Maßnahme kann zusätzlich ein persönliches Coaching bei Irina Zlotina für den 20. November 2012 gebucht werden.  Details und Anmeldung unter: irina@interkulturell.eu sowie telefonisch unter 030 / 39 88 45 57

 

Für die Teilnehmer des Seminars ist ein Kontingent der Zimmer des gehobenen Standards zum günstigen Preis, in diesem traditionsreichen privat geführten Hotel im Herzen Berlin City West, eingerichtet.  www.hotel-savoy.com  Tel.: 030 / 52 00 55 742     Stichwort bei der Reservierung (bis zum 18. Oktober):  IKWW

 

Dozentin: Dipl. Wirtschaftsingenieurin und Expertin für interkulturelles Management, Fachbuchautorin, Trainerin und Coach Irina Zlotina, Berlin

Assistenz: MA Gudrun Dohse, Berlin, Beraterin für internationales Business für große und mittelständische Unternehmen

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„Ausgerechnet Sibirien“ heißt der Film von Minu Barati, Ehefrau eines Nicht-Russenverstehers; und doch…

 

Stolz wie Oskar empfängt Ex-Außenminister Joschka Fischer die Gäste zur Prämiere des Films seiner jungen Ehefrau. Der, der als „Gegengewicht“ – mit seinem ganzen Gewicht – zum Russland-Fan Gerhard Schröder angesehen wird. Letzterer ist als Vorsitzender des Aktionärausschußes der Nord Stream (Gazprom-Projekt) weit erfolgreicher als Joschka Fischer – in seiner Lobbiistenfuktion für die konkurrierende Erdgasleitung Nabucco (EU Darling). Durch die  Nord Stream fließt bereits russisches Gas nach Deutschland und Europa, Nabucco fehlt das Gas, sogar auf dem Papier: kein Liefervertrag mit Aserbaidschan oder Kasachstan. Und – Keiner in Sicht.

Aber Fischer wäre nicht Fischer, wenn er das nicht halb-philosophisch halb-humorvoll nehmen würde. Zumindest im Wettstreit um die junge attraktive und erfolgreiche Ehefrau, hat er Schröder geschlagen. Denn, Minu Barati hat nicht nur irgendwie Film studiert, sie hat – wenn auch mit „netzwerkerischer“ Unterstützung ihres Mannes - ein Filmprojekt realisiert. Und der Film ist gut geworden: witzig und klug.

So ist mein persönlicher Urteil. Mein Nachbar im Kino der Kunstbrauerei in Berlin – ein Journalist, der in Moskau zur Schule ging weil sein Vater als Journalist in Moskau arbeitete, lacht sich krumm während des Films. Sagt aber im small talk danach: „Nicht so toll: zu viele Stereotypen“.

Gewiss, das Drehbuch und seine visuelle Umsetzung sind voll von Stereotypen. Aber: erstens, fair verteilt zwischen Deutschen und Russen. Zweitens, stimmen die meisten Stereotypen des Films und lassen die Situationen dadurch wiedererkennbar werden, wenn auch auf die Spitze getrieben. Deswegen drittens: gerade durch die Überzeichnung, durch das „dick Aufmalen“ lassen sich Stereotype am besten bekämpfen.

Zumindest gewinnen diesen Kampf sowohl der Textillogistiker aus Leverkusen, der nach Sibirien reisen muss (Joachim Krol) als auch seine russisch-somische Sängerin (Julia Man): Beide dringen durch die stereotype Oberfläche durch und erkennen den Menschen in einander. Liebe hilft sicher dabei. Einfache Empathie tut es auch.

Weitere Filmtipps – unter web-adds unseres Buches „Russenversteher“: www.kiehl.de/russsenversteher

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Besonders effektiver Training zuhause / Особый курс на досуге

Deutsch- s. unten

Как совместить приятное с полезным?

Мой совет: посмотрите вечером с детьми и внуками серию мульфильмов «Колыбельные мира:

Развитие детей, удовольствие от их удовольствия (с успокаивающим эффектом – колыбельные всё-таки!) вы совместите с учебной программой по межкультурной компетенцией. Остаётся только пожелать, чтобы создатель этих мультфильмов господин Готлиб продолжил бы серию и предоставил её публике не только в интернете, но и на CD:

http://www.lull.ru

Особенно рекомендую: немецкая колыбельная с Марлен Дитрих  http://rutube.ru/tracks/3490040.html

Азербайджанская колыбельная с гранатами и коврами: http://rutube.ru/tracks/1749621.html

Французская: http://rutube.ru/tracks/935002.html разумеется с поварами и курицами

И конечно же русская: http://www.youtube.com/watch?v=KlPZ8KYfGyY

За «наводку» благодарим Татьяну Раап!

 

Im Berlinskij Salon im Juni und Oktober 2012

 

Wie schön das Lernen sein kann! Gute-Nacht-Lieder aus vielen Ländern sind als Trickfilm zu sehen, zu geniessen (mit Kindern und Enkelkindern oder allein) und aus der Folklöre die landesspezifischen Kulturen lernen, sinnlich wahrnehmen: http://www.lull.ru

Meine persönliche Favoriten: Frankreich: http://rutube.ru/tracks/935002.html

Aserbaidschan: http://rutube.ru/tracks/1749621.html

Russland: http://www.youtube.com/watch?v=KlPZ8KYfGyY

und Deutschland: http://rutube.ru/tracks/3490040.html

Herzlichen Dank an Kulturmanager Tatjana Raap für diesen wunderbaren Geheimtipp! iz

 

Weitere Filmtipps für interkulturelle Kompetenz:

Потомок Чингизхана (Nachfahr von Tschnigis-Chan)

Wie der Buddhismus in Russland vor der Gleichschaltung durch Lenin und Stalin aussah, können sie in diesem Film von Wsewolod Pudowkin sehen. Der Regisseur, der übrigens in Russland nicht weniger populär ist als Sergej Eisenstein,  drehte 1928 in Werchne Udinsk, Burjatien. An den Aufnahmen des Filmes nahmen die Ortsbewohner, die Teilnehmer der Partisanenbewegung Burjatiens, Nomaden und Hirten, tausende Reiter aus der Region und „echte“ Lamas teil. Eine der Episoden des Filmes ist im Buddhistischen Kloster Tamtschinski aufgenommen. Die einzigartigen und sehr authentischen Bilder haben immer noch großen ethnographischen Wert, und sorgten gleichzeitig dafür, dass dieser, wenn auch propagandistische Film, aus Respekt gegenüber der Religion, zur Sowjetzeit nicht in den Kinos lief. Man kann ihn übrigens im Internet ohne Verletzung des Copyrights unter dem Titel „Sturm über Asien“ anschauen. Der Stummfilm ist kinematographisch wertvoll und schlägt außerdem Brücken zur heutigen Emanzipation von ethnischen und religiösen Minderheiten in Russland.

Семнадцать мгновений весны (Siebzehn Augenblicke des Frühlings)

Ein Teleserial über den sowjetischen Spion in der Nazideutschland in 1945 namens Stierlitz, Standartenführer im Reichssicherheitshauptamt. Dieser Film vom 1973 war Jahrzehntelang ein Straßenfeger dank Starbesetzung, einem spannenden Plot und auch dank der seltensten Möglichkeit, einen Eindruck über Westen zu gekommen. Dieser Film prägt die ästhetische Vorstellung von Deutschland, Berlin und der Schweiz vieler Generationen, auch der heute vierzigjährigen. Außerdem sind die Anekdoten über Stierlitz fast so zahlreich und populär als die „Radio Erevan“  -Serie. Also ein Muss für einen Russenversteher!

 

Ирония судьбы или с лёгким паром (Die Ironie des Schicksals, oder genieße Dein Bad!)

Eine Komödie, der seit 1975 jedes Jahr in der Neujahresnacht im sowjetischen und nun russischen Fernsehe gezeigt wird, und die somit viele Generationen geprägt hat. Es geht um Liebe, aber auch um sowjetischen Alltag und russische Geselligkeit. Der Filmklassiker brachte viele schöne und kluge Lieder, komponiert und gesungen von sowjetischen Stars, die selbst zu den Klassikern wurden.  Lieder. Gut fürs Herz und ansehnlich auch ohne russische Sprachkenntnisse. Als DVD auf Deutsch und im Internet auf Russisch erhältlich.

 

Das Konzert

Ein Film des rumänisch-französischen Regisseurs Radu Mihaileanu ist ein Meisterwerk der Kinematographie und ein Lehrwerk der interkulturellen Kommunikation. Dank der Musik, die hier als Lingua franca fundiert, werden viele Missverständnisse aufgeräumt und die heile Welt (1. Streichkonzert von Tschaikowski) erschaffen. Ein Film über Russlands Geschichte und eine Geschichte aus heutigem Russland. Sehr sehenswert im Original -2/3 auf Französisch und 1/3 auf Russisch. Als DVD erhältlich.

 

 siehe auch: www.kiehl.de/Russenversteher

 

Überraschungen gegen Stereotype im internationalen Geschäft am Beispiel: Russen und Buddha

Das sind die berühmten Zufälle, die keine Zufälle sind! Praktisch gleichzeitig las ich ein Artikel in der Beilage zur Süddeutschen Zeitung „Russland heute“ über den neuen buddhistischen Tempel in Russland, sah einen Film bei der Berlinale „Nachfahren von Dschingis Khan“ und lernte die Arbeiten von Daschi Namdakov kennen. Alles in einem – die Belohnung für das Thema, das ich für Geschäftsbeziehungen mit Rusland und GUS Staaten propagiere: Russland ist vielfältiger als man denkt! (Siehe Seminarbeschreibung: http://www.interkulturell.eu/leistungen/)

Russland ist groß und vielfältig. Die buddhistische Kultur steht nur stellvertretend für alle Religionen, die in Russland praktiziert werden. Die Kalmykien, Mongolen und Burjaten stehen nur stellvertretend für über 100 Nationen und nationale Gruppen, die auf dem russischen Territorium leben. Also: Russen sind nicht gleich Russen und das soll in der persönlichen Ansprache und der täglichen Zusammenarbeit berücksichtigt werden.

Zurück zu russischen Buddhisten. „Buddha möge uns schützen“, – titelt „Russland heute“ einen Artikel über die Einweihung des buddhistischen Tempels in Elista, der Hauptstadt der autonomen Republik Kalmykien, die nicht in Sibirien, sondern in der Wolga-Steppe, 1000 Kilometer südlich von Moskau liegt.

Auf dem Bild ist eine überdimensionale Pagode zu sehen, die eine neun Meter hohe Statue von Buddha beherbergt. Um China nicht zu brüskieren, ist die Einreise von Dalai Lama von der russischen Regierung nicht erlaubt worden, jedoch sind 30 Mönche aus Tibet da, um der Zeremonie Glanz zu verleihen. Auch Authentizität? Denn zur Sowjetzeit war der Buddhismus – so wie alle Religionen – verpönt, zur Stalinzeit gar lebensgefährlich. Mit Ausbruch des 2.Weltkrieges waren viele nationale Minderheiten, so auch die Kalmykien, dem Generalverdacht ausgesetzt, die „fünfte Kolonne“ zu sein, illoyal zu Russland! Das Ergebnis: Deportationen nach Sibirien, die viele mit dem Leben bezahlten. Der physischen Rückkehr nach Kalmykien folgt jetzt auch die geistige Rückbesinnung zu den religiösen Wurzeln ihrer Vorfahren.

Wie der Buddhismus in Russland vor der Gleichschaltung durch Lenin und Stalin aussah, konnten die Besucher der diesjährigen Berlinale im Film „Potomok Tschingis Chana“ erleben. Die Retrospektive „Die rote Traumfabrik“ beschäftigte sich (und sehr viele Zuschauer!) mit den alten sowjetischen Filmen – neben dem hier bekannten Sergei Eisenstein auch mit Verve von Wsewolod Pudowkin. Der Regisseur drehte 1928 in Werchne Udinsk, Burjatien. Er schrieb: «… Ich bin davon fern, den Film „Nachkomme des Tschingis-Khans“ als mein erfolgsreichstes Werk zu sehen, aber die Bedingungen, in denen ich arbeitete, waren wirklich Erfolg bringend für meine schöpferische Praxis. Ich bin an neue, mir ganz unbekannte Stellen gefahren, ich traf mich mit mir völlig unbekannten Menschen. Ich hatte kein im Voraus erdachtes Drehbuch, es existierte lediglich ein grobes Inhaltsgerüst. Das Drehbuch wuchs zusammen mit den lebendigen Beobachtungen. Ich erinnere mich, wie wir die riesigen Hochebenen der Burjate-Mongolei überquerend, das Auto immer wieder anhielten, um die uns plötzlich begegnenden Eindrücke zu fotografieren: die genrehaften Haushaltsbilder, sogar noch nicht wissend, welche Stelle sie im zukünftigen Film einnehmen werden…»

An den Aufnahmen des Filmes nahmen die Ortsbewohner, die Teilnehmer der Partisanenbewegung Burjatiens, Nomaden und Hirten, tausende Reiter aus der Region und „echte“ Lamas teil. Eine der Episoden des Filmes ist im Buddhistischen Kloster Tamtschinski aufgenommen. Die einzigartigen und sehr authentischen Bilder haben immer noch großen ethnographischen Wert, und sorgten gleichzeitig dafür, dass dieser, wenn auch propagandistische Film, aus Respekt gegenüber der Religion, zur Sowjetzeit nicht in den Kinos lief. Man kann ihn übrigens im Internet ohne Verletzung des Copyrights unter dem Titel „Sturm über Asien“ anschauen.

Nicht nur „ethnographisch“ wertvoll, sondern höchst aktuell sind die Plastiken des 1967 in der Tschita-Region, nahe zur chinesischen Grenze geborenen Daschi Namdakov. Der Nachfahren von Lamas und Kriegern verbindet die buddhistische Kultur mit der lokalen schamanischen Tradition und drückt all das mit modernen europäischen Techniken aus. Ein wahres Synergiebündel zwischen Ost und West. Und in diesem Sinne – ein wahrer Russe.

Links: www.russland-heute.de

http://www.berlinale.de/de/programm/berlinale_programm/datenblatt.php?film_id=20126334

http://www.youtube.com/watch?v=ZMEFvFOVgDA&feature=related

http://www.dashi-art.com/

Read more: www.interkulturell.eu

 

Überraschungen gegen Stereotype

 

Sie sind nicht zu übersehen; Sie sind nicht zu unterschätzen! Zum Internationalen Frauentag 8.März (mein Artikel ist veröffentlicht im Ost-West-Kontakt OWC)

Achtung! Gefahr vom Osten: russische Frauen kleiden sich ungewöhnlich weiblich, aber im Geschäft sind sie knallhart. Das irritiert gleichermaßen männliche wie weibliche Deutsche. Aus Sicht der russischen Frauen können sie sich das „leisten“, ihre Weiblichkeit zur Schau zu stellen, denn sie fühlen sich so weit emanzipiert, dass sie es nicht nötig haben, sich den männlichen Erscheinungsnormen anzupassen. Hinzu kommt, dass die meisten Russen viel Wert auf Kleidung und Äußeres legen – sowohl Frauen als auch Männer.

Aber nicht zu äußerlich verhalten sich russische Frauen im Businessbereich anders als ihre Geschlechtsgenossinnen hierzulande. Ihre Teilnahme am Geschäftsleben ist einerseits offenkundiger, andererseits subtiler; aber auf jeden Fall größer als der der Frauen in Deutschland. Grund genug, anlässlich des Internationalen Frauentag diesem Thema nachzugehen.

Geschichte der russischen Emanzipation

In Russland wird der Internationale Frauentag erst seit 1913 gefeiert, seit 1966 ist es ein offizieller Feiertag in der Sowjetunion, und Russland hat diese Tradition im Jahre 2002 übernommen. Weitere Beispiele für Länder, wo sowohl Frauen als auch Männer an diesem Tag frei haben: Turkmenistan, Kuba, Nepal.  In China und auf Madagaskar haben nur Frauen an diesem Tag frei.

Zurück nach Russland. Die Emanzipation in Russland ist fast 100 Jahre alt. Es war Lenins Ehefrau, Gefährtin und Kameradin Nadeschda Konstantinowna Krupskaja, die die Gleichberechtigung der Geschlechter nach der Oktoberrevolution 1917 in einem Gesetz verankern ließ. In der Ehe mit dem späteren Führer Russlands lebte die Lehrerin, die mehrere Fremdsprachen beherrschte, die Gleichberechtigung vor. Ihr politisches Programm, das Krupskaja „Die arbeitende Frau“ nannte, wurde übrigens erstmals in München, im Jahre 1901, gedruckt.

Das Ideal der selbstständigen Frau, die aus freien Stücken, ohne finanzielle Not oder aus einem Anlehnungsbedürfnis heraus, eine Partnerschaft mit einem Mann einging, führte „zwangsläufig“ dazu, dass die Frau eine gute Ausbildung genießen und dementsprechend gleichwertige Arbeiten übernehmen konnte. Der Haushalt sollte von beiden bestritten werden, wobei der Staat durch die Bereitstellung von großen und preiswerten Reinigungsbetrieben und Küchen-Fabriken für Erleichterungen im Alltag sorgte. Mit der Arbeitsteilung im Haushalt und bei der Kindererziehung hapert es noch, in Sachen Ausbildung, Professionalität, sowie der Selbstverständlichkeit eines hochqualifizierten Jobangebotes für Frauen – das hat die russische Gesellschaft inne, und zwar seit Generationen.

Es ist ganz selbstverständlich, dass es an den technischen Universitäten die gleiche Anzahl von männlichen und weiblichen Studentinnen gibt. Ingenieurinnen sind in Russland keine Exotinnen wie in Deutschland, insbesondere in den westlichen Bundesländern. Russische Frauen machen Karriere nicht nur in hierzulande „typisch weiblichen“ Bereichen, wie Personal, Finanzen, Recht, sondern leiten auch Strategiedepartments, verantworten Technologie, EDV oder Qualitätsmanagement.

 

Gender auf Russisch in der Praxis

Zwei Beispiele: Im Weltall sind russische Frauen zwar weniger unterwegs als ihre männlichen Kollegen, aber immerhin weit mehr als ihre ausländischen Kolleginnen. Valentina Tereschkowa war 1963 die erste Kosmonautin. Swetlana Sawizkaja war zweimal im All und sie war die erste Frau, die im offenen Weltraum gearbeitet hat. Elena Kondakowa war die erste Frau, die an einer langen Expedition in dem Weltall   im Jahre 1994 teilnahm. Übrigens, wie für viele Berufsbezeichnungen, gibt es in der russischen Sprache (grammatikalisch) für „Kosmonaut“ keine weibliche Form. Инженер, врач, профессор („inzhener, vratsch, professor“) gelten gleichermaßen für Ingenieure und Ingenieurinnen, Ärzte und Ärztinnen, Professoren und Professorinnen.

Ein anderes Beispiel: Sogar in einem Unternehmen, das aus deutscher Sichtweise  als konservativ gilt bzw. zumindest einer konservativen Brache zugeordnet wird, bei Gazprom, leitete bis vor kurzem als Vorstandsmitglied Frau Vlada Rusakova den Bereich Strategie. Die Achtundfünfzigjährige gutaussehende Ingenieurin ist aktuell als stellvertretende Vorstandsvorsitzende im Gespräch. Sie soll in Zukunft die perspektivische Entwicklung sowie die Projetentwicklung bei Gazprom verantworten (Forbes vom 18.01.2012).

Aus Sicht der deutschen Menschen, die beruflich mit russischen Menschen zu tun haben, sind solche Fälle, in denen eine Frau deutlich erkennbar Professionalität und Macht besitzt, die einfachsten. Viel komplizierter kann es werden, wenn vermeintlich machtlose, sprachlose, nur „hübsch anzusehende“ Frauen in der russischen Delegation sich als Frauen, die das Sagen haben, entpuppen. Werden sie vom westlichen Geschäftspartner unterschätzt (oder wird der Umgang mit ihnen so empfunden), entwickeln sie sich zu Göttinnen der Rache. Schlimmer noch: der als „stumpfer arroganter Macho“ abgestempelter Teilnehmer der deutschen Delegation wird unbarmherzig bekämpft – selten im offenen Kampf, also während der Verhandlungen, aber beim Formulieren des Protokolls oder spätestens beim Umsetzen bzw. Nichtumsetzen des Vereinbarten.

Deswegen: egal, was ein deutscher Manager von Frauenemanzipation hält, egal wie weiblich die russischen Spezialistinnen, Managerinnen, Übersetzerinnen aussehen; sie sollten die gleiche professionelle Wertschätzung erfahren, wie ihre männlichen Kollegen, ihre Meinung sollte erfragt werden, der Blickkontakt muss öfters hergestellt werden, auch auf das Risiko hin, dass der Blick in das Dekolleté gleiten könnte.  Dies ist verzeihlich, eine Nichtbeachtung der Person, Unterwertschätzung der Expertin – nicht!

Deutsche Frauen haben es hier normalerweise einfacher. Am besten versuchen sie  eine freundschaftliche, fast kumpelhafte Beziehung mit ihren russischen Kolleginnen aufzubauen. Ein Angebot des gemeinsamen Shoppings ist kein Fauxpas, sondern ein Vertrauensbeweis – und die Chance, miteinander wärmer zu werden, persönlicher. Es bedeutet keinen Zeitverlust, sondern ist eine Zeitinvestition in einer Geschäftsfreundschaft. Gut fürs Geschäft und gut für die deutschen Frauen, die hier einen „unfairen“ Wettbewerbsvorteil ihren männlichen Kollegen gegenüber umsetzen können.

8. März – Ihre große Chance!

Die Bedeutung des Internationalen Frauentages hat sich stark gewandelt: Aus einem Tag des Kampes für Frauenrechte wurde ein Tag der Verehrung der Frau als solche. An diesem Tag werden tonnenweise Blumen, Flusse von Parfüms und der eine oder andere Diamant verschenkt: an die Ehefrauen, Geliebten, Mütter, Töchter, Schwerstern. Von Ehemänner, Geliebten, Söhnen und Töchtern, Vätern und Brüdern. Auch männliche Kollegen, Chefs und Mitarbeiter müssen „ran“. Blumen sind das Mindeste, gute Pralinen  und französische Parfüms sind kein Tabu. Außerdem bereitet jedes mehr oder weniger ausgeprägte männliche „Kollektiv“ ein Unterhaltungsprogramm für die Arbeitskolleginnen. In allen Branchen und Bildungsschichten kann ein Konzert mit musikalischen, humoristischen und gar tänzerischen Darbietungen monatelang während der Arbeitszeit vorbereitet und am letzten Arbeitstag vor dem 8.März dargeboten werden.

Daraus resultieren folgende praktische Empfehlungen:

–       für Anfang März sollten keine Verhandlungen und Arbeitstreffen geplant werden, deren Vorbereitungen viel Zeitinvestition auf russischer Seite erfordern,

–       alle russischen Kolleginnen und Geschäftspartnerinnen sollten an diesem Tag gratuliert oder besser beschenkt werden: Blumenpost, Versand von Süßigkeiten, zumindest sollte sie am 7. oder 9.März eine Blumenkarte erreichen. Westliche Geschäftsleute punkten umso mehr, weil es von ihnen nicht erwartet wird.

–       wenn am 8. März doch ein Meeting stattfinden muss, sollte es nach Möglichkeit in ein Geschäftsessen umgewandelt werden, an dem auf „Здоровье прекрасных дам!“ (das Wohl der schönen Frauen) geprostet wird, und zwar im Stehen. Dies würde sicher auch deutschen Frauen gut tun. Sie wiederum gratulieren ihren ausländischen Kolleginnen mit einer netten Mail oder einer Einladung zu einem Glas Sekt „между нами девочками“ (unter uns, Mädels).

Last but not least, spätestens am 8.März wird es getanzt, auch nach Geschäftsessen im Restaurant und auf einer Betriebsparty sowieso. Zum Beispiel mit Musik von Alla Pugacheva – DER russischen Frau!

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Und das nächste Sylvester kommt bestimmt: Geschenke an russische Geschäftsfreunde

Ja, lieber Leser meines Blogs, die Geschenke in Russland werden hauptsächlich zum Sylvester verschenkt, und nicht zu Weihnachten. Das ist der erste Unterschied im Geschenke schenken, der zwischen Deutschland und Russland besteht. Das kann auf der Plusliste verbucht werden: Ihre westliche Weihnachtspost kann genug Stress verursachen, und die Post nach Russland kann mit sieben Tagen „Verzug“ vorbereitet werden.

Vorsicht: russische Aberglauben!

Soweit so gut. Was weiter folgt, sind die negativen Punkte, ich nenne sie Tretmienen. Man ahnt nichts Böses, schenkt etwas von ganzem Herzen (oder aus dem Werbekatalog der Firma), und die Reaktion ist verhalten. Vielleicht war es zu „schäbig“? Oder – und das ist viel wahrscheinlicher – zu unpersönlich? Oder – und das ist der worst case des deutsch-russischen Missverständnisses – das von Ihnen Geschenkte trifft auf einen negativen Aberglaube. Auch ihre jung-dynamische Geschäftspartner aus Russland können in ihrem Inneren die unbewussten Programme tragen, die nichts Gutes verheißen, wenn ihnen zum Beispiel ein Messer (zum Streit), ein Tuch (zur Trennung), eine Uhr (ebenfalls zur Trennung) übergeben wird.

Was dann schenken?

Wie in vielen Bereichen der Kooperation mit russischen Geschäftspartnern ist das wichtigste: „Und das nächste Sylvester kommt bestimmt: Geschenke an russische Geschäftsfreunde“ weiterlesen

Interkulturelle Aha-Erlebnisse im Urlaub an der türkischen Riviera

Urlaub an der türkischen Riviera? Meer, gutes Essen und:  Na ja, ein Paar laute Russen muss man schon einkalkulieren. Auch ich war nicht frei von diesem Stereotyp, als ich ein kleines, privat geführtes Hotel nahe Alanya buchte.

Aber es kam anders. Das heißt, genau umgekehrt. „Interkulturelle Aha-Erlebnisse im Urlaub an der türkischen Riviera“ weiterlesen

Russische Frauen und die Welt: Der internationale Frauentag mal ganz anderes!

In dieser Ausgabe meines Blogs will ich meine Leser auf den markanten Tag im russischen Kalender Anfang März vorbereiten und dabei über Besonderheiten der russischen Frauen im gesellschaftlichen und geschäftlichen Kontext sprechen.

In Russland wird der internationale Frauentag erst seit 1913 gefeiert, seit 1966 ist der Tag ein offizieller Feiertag in der Sowjetunion, und Russland hat diese Tradition im Jahre 2002 übernommen. Weitere Beispiele für Länder, wo sowohl Frauen als Männer an dem Tag frei haben: Turkmenistan, Kuba, Nepal.

In China und Madagaskar haben nur Frauen an diesem Tag frei. Dabei hat sich speziell in Russland „Russische Frauen und die Welt: Der internationale Frauentag mal ganz anderes!“ weiterlesen