Ausgabe August 2010: BERLIN IST IMMER EINER REISE WERT !

Berlin ist immer eine Reise wert! Das gilt nicht nur für die Deutschen und Westeuropäer, das gilt noch viel mehr für die Osteuropäer und vor allem für die russischen Menschen. Es gibt vielfältige historische und kulturelle – weitgehend positive – Assoziationen seitens der Russen mit der alten und neuen Deutschen Hauptstadt. Die aktuelle Rolle von Berlin als Drehscheibe zwischen dem westlichen und östlichen Europa macht es für die russischen Businessleute zusätzlich attraktiv. Berlin ist von Russland aus leicht zu erreichen – zahlreiche direkte Flüge und ein Nachtzug aus Moskau. Berlin bietet viel. Berlin ist großstädtisch und modern aber auch grün und überschaubar. Auf Russisch gibt es den Ausdruck „Klassno!“ – für etwas, was Klasse hat. Dieser Ausdruck ist leicht zu merken und ist dann auch oft zu hören – wenn Sie Ihre russischen Geschäftspartner in Berlin empfangen.
Damit spreche ich übrigens nicht nur die in Berlin ansässigen Firmen an. Die Erfahrung von vielen Vertriebsmitarbeitern, dass die wichtigen und komplizierten Verhandlungen, knifflige Aussprachen am besten auf einem neutralen Boden laufen. An einem Ort, wo keiner der Partner ansässig ist, fühlen sich beide Seiten „gleich“ gestellt, erkunden gemeinsam diese spannende Stadt und machen gemeinsam abenteuerliche Erfahrungen. Das verbindet!
Also: auf nach Berlin! Aber wie? Wie soll das Programm gestaltet werden, wo sollten die Gäste untergebracht werden, wo sollten die Gespräche stattfinden?
Auch hier gilt – alles möglichst individuell und persönlich gestalten! Versuchen Sie im Vorfeld Vorlieben Ihrer Geschäftspartner herauszufinden, was war für sie wichtig, positiv oder unangenehm auf ihrer letzten Reise nach zum Beispiel Paris oder London. Vielleicht waren sie neulich schon mal in Berlin? Oder –die über fünfzigjährigen – waren noch zu Sowjetzeiten in Ostberlin? Wenn Sie keine Anhaltspunkte finden, dann gilt generell Folgendes:

→ Im ehemaligen Westberlin wohnen und arbeiten, im ehemaligen Ostberlin essen und Spaß haben.

Ein Hotel soll dann nicht nur der Übernachtung dienen, es soll zu einem Standort für ihre Gäste in Berlin werden. Es empfiehlt sich dann auch, in deren Besprechungsräumen Meetings zu platzieren: Kurze Wege und „Zuhause sein-Gefühl“ Ihrer Gäste. An dieser Stelle etwas Theorie des interkulturellen Managements. Die vierte der fünf Kultur-Dimensionen von Professor Hofstede heißt: „Unsicherheitsvermeidung“. Den russischen Menschen werden relativ hohe Werte für diese Kulturdimension zugeordnet. Das heißt, dass die Menschen aus Russland sich in den für sie neuen, unbekannten Situationen besonders unwohl fühlen, wenn sie auch dann diese Unsicherheit zu überspielen versuchen. In diesem Zusammenhang möchte ich von meiner Erfahrung berichten, dass die russischen Geschäftsleute selten, fast nie „ihr“ Hotel wechseln: Jahre, ja Jahrzehnte lang werden sie in das gleiche Hotel fahren, egal, ob dieses Hotel ihrem Status nicht mehr entspricht oder ob – wie in Berlin der Fall – das wachsende Hotelangebot viel attraktivere Alternativen anbietet. Einer von solchen Lieblingsplätzen „komme was wolle“ ist zum Beispiel das Hotel „Steigenberger“ in Berlin – West. Das Hotel hat sich in der letzten Zeit erfolgreich „aufgeputzt“, die Hotelhalle und die Zimmer können sich sehen lassen. Es hat aber für den Gastgeber ein großes Problem mit oft wechselnden Veranstaltungsmanagern. Das erschwert eine reibungslose Zusammenarbeit, besonders im Falle einer russischen Delegation, wo sich die Wünsche und Pläne des Öfteren mal ändern. Lassen Sie Ihre russische Gäste doch mal „Concorde Berlin“ versuchen: das relativ neue Haus ebenfalls in Kurfürstendammnähe ist größer, schicker, moderner und …ist betont französisch. Vergessen Sie nicht, auch Russen sind große Frankophile: sie werden gern im „Louvre“ tagen und im „Saint Germain“ speisen. Vorteil für Sie als Organisator: das Concorde-Team ist vom Ehrgeiz erfüllt, ihr Haus an die Spitze zu bringen und lesen Ihnen alle Wünsche von den Lippen ab. Ebenfalls nah am Kurfürstendamm liegend, perfekt im Service, aber privat geführt ist – und das ist mein Geheimtipp für die russischen Geschäftspartner – das Hotel „Savoy“ in der Fasanenstraße. Unschlagbar ist sein Frühstücksbuffet. Dieses verspricht immer ein erfolgreiches Business-Frühstück. So können Sie zum Beispiel zwischen drei verschiedenen Räumlichkeiten wählen: ein klassischer und stilvoller Vorderraum, ein gediegener Raum zum Garten hin und im Sommer der Garten selbst. Ein „Nachteil“ vom „Savoy“: Moderate Preise, so dass Sie dort den höheren russischen Manager oder die s.g. Neureichen nicht unterbringen können. Sollten aber ihre Geschäftsgäste planen, über das Wochenende mit Familien in Berlin zu bleiben, werden sie Ihnen dankbar sein, so schick und preiswert ihren Aufenthalt in Berlin zu gestaltet.
All diese Hotels in Berlin-West haben eins gemeinsam: die Nähe zum Kaufhaus des Westens. Machen Sie sich nicht lustig über kauffreudige Russen: zum Einen ist es immer noch ein Nachholbedarf, zum Anderen liegen die Preise in Berlin etwa um die Hälfte günstiger im Vergleich zu den Preisen in Moskau. Alle ihre Geschäftsfreunde werden Geschenke nach Hause bringen „müssen“, und zwar für einen viel breiteren Kreis von Freunden und Verwandten, als Sie es beim Verreisen tun müssen. Wenn überhaupt. Also helfen Sie Ihren Gästen dezent, aber effektiv: Planen Sie genug Zeit für Shopping ein, stellen Sie einen Begleitdolmetscher zur Verfügung, legen Sie ein Lunch in die 6.Etage vom KaDeWe. Diese (Zeit) Investitionen werden sich schnell und nachhaltig amortisieren!
Sollten Ihre Gäste dem höchsten Rang des russischen Managements angehören und ihre Einkaufswünsche auch in Moskau, London und Paris problemlos decken können, dann ist die Empfehlung klar: „Adlon“ am Brandenburger Tor. Das ist übrigens das Hotel, wo meiner Erfahrung nach, organisatorisch gesehen alles möglich ist. Kurzfristigste Veränderungen werden umgesetzt, ohne mit der Wimper zu zucken und ohne sich eine Spur gehetzt zu zeigen. Das Foyer vom Adlon können Sie als Treffpunkt in Ostberlin in jedem Falle einplanen: Ihre russischen Partner werden die klassische, etwas pompöse Umgebung und eine gehobene Geschäftigkeit mögen.
Somit sind wir im Osten von Berlin angelangt. Hier liegen meine Empfehlungen für ein Kulturprogramm, wenn es um allgemeingültige Tipps gehen soll. Der „Friedrichstadtpalast“ ist beliebt bei den älteren Herrschaften, und auch die jüngeren Russen sind immer wieder positiv überrascht, wie toll die ehemalige „DDR- Kulturanstalt“ sich präsentiert. Das Ballet unter den Linden wird nach der Rekonstruktion und seiner Rückkehr in den Osten der Stadt wieder zwei Vorteile bieten: Das ist ähnlich dem Bolschoj Theater in Moskau aber eben nur quasi: Nicht so bombastisch und von der tänzerischen Leistung zwar gut im europäischen Vergleich, aber doch etwas schwächer als Ballet in Russland. Die „Blue Man“ Show am Potsdamer Platz geht ebenfalls ohne Sprache, aber nur für jüngere russische Gäste. Denken Sie daran, dass Potsdam für einen Abendausflug zu einem Konzert und Abendessen geeignet ist und Dank der „Potsdamer Konferenz“ in 1945 bei Russen bekannt und eher positiv belegt ist.
Kulinarisch gesehen empfiehlt sich alles …außer russischer Küche. Ihre Gäste werden Deutsch und Bayrisch essen wollen, gern Japanisch, gern international, aber grundsätzlich lieber schicker und reichhaltiger. Neben dem besagten Lunch im KaDeWe empfehle ich für Lunch den „Käfer“ im Reichstag: Schlechter Service wird kompensiert durch phänomenale Aussichten von der Restaurantterrasse. Die Reservierung eines Tisches dort bedeutet außerdem die Möglichkeit, die Schlange zur Kuppelbesichtigung zu umgehen. Abendessen ist bei „Borcherts“ in guten Händen. Die von Russen geliebte Tradition findet man in „Lutter und Wegner“. Im vergangenen – auch in Moskau sehr heißen Sommer -hat sich immer mehr ein Speisen „open-air“ durchgesetzt, sie können auch auf diesen Trend im Sommer ruhig setzen. Ein Treffen im Winter sollte auf die Adventszeit gelegt werden, um die Einkäufe mit einem kulinarischen Genuss auf einem Weihnachtsmarkt zu verbinden. Auch hier gilt: Im Zweifelsfall lieber klassisch und gediegen als schräg und hip. Einfach unschlagbar ist ein gemeinsamer Abend auf dem Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt. (s. auch Juli-Ausgabe diesen Blogs „Kleine Geschenke mit großer Wirkung“).

Mein Vorsatz, die Blog-Texte kurz zu halten war diesmal nicht umzusetzen. Und dabei konnte ich nur sehr allgemeine Tipps für ein gelungenes Treffen mit den russischen Geschäftspartnern in Berlin zusammenstellen. Wenn Sie Ihr Programm individueller gestalten wollen, was auch empfehlenswert ist, sprechen Sie uns an. In ein bis zwei Stunden werden wir Ihnen ganz konkrete Vorschläge machen können, die zu dem Anlass des Treffens, zur Saison in Berlin und vor allem zu den Menschen, die Sie ganz persönlich empfangen wollen und für sich und Ihr Unternehmen „für immer gewinnen“ wollen, am besten passen: irina@interkulturell.eu oder telefonisch: 030 / 39 88 45 57 und 170 / 35 49 023.